Biomasse und deren Nutzung
Was ist Biomasse?
Unter Biomasse sind alle Arten von Pflanzen, die auch speziell zur Energiegewinnung angebaut werden können , sowie pflanzliche und tierische Reststoffe zu verstehen. Daraus lassen sich feste, flüssige und gasförmige Energieträger gewinnen.
Biomasse kann als trockene Biomasse (< 15% Wassergehalt ) oder nasse Biomasse (> 15% Wassergehalt) zum Einsatz gelangen. Vielfach werden feste Bioenergieträger (z.B. Raps, Strauchschnitt, Biomüll) zur besseren Verwertung in Sekundärenergieträger umgewandelt wie flüssige
(z.B. Rapsöl) oder gasförmige (Biogas). Dies geschieht durch thermochemische, physikalisch-chemische oder biochemische Umwandlungsverfahren.
- thermochemische Verfahren: Verkohlung, Verflüssigung, Pyrolyse und Vergasung
- physikalisch-chemische Verfahren: dabei werden Öle und Fette durch Pressen oder
Extraktion gewonnen.
- biochemische Verfahren: dabei wird Biomasse mit Hilfe von Mikroorganismen in
Sekundär- energieträgern umgewandelt. Durch Vergärung wird unter Sauerstoffabschluss
Bio- bzw. Klärgas gewonnen. Eine weitere Variante ist die Kompostierung. Sie dagegen
erfordert eine Luftsauer- stoffzufuhr. Eine weitere Anwendung ist die Alkoholgärung.
Zucker-, Stärke-, oder Bakterien werden in Alkohol ( Bioethanol ) umgewandelt.
Vorteile der Biomasse und deren Nutzung zur Energiegewinnung:
- lagerfähig und fast immer verfügbar
- die Abhängigkeit von teuren Energieimporten wird reduziert
- neutrale Kohlendioxidbilanz
Bioenergieanlagen sollten in der Nähe von Biomassenanbaugebieten liegen, dadurch fallen energieaufwändige Transporte weg.
Nachteile von Biomasse:
Soziale, ethische und ökologische Aspekte dürfen beim Ausbau der Bioenergienutzung
nicht außer Acht gelassen werden.
Die energetische Nutzung von Getreide (deren Verbrennung) wird in der ganzen Welt
aus ethischen Gründen intensiv diskutiert.
Das Verbrennen von Altholz führt zur erhöhten Produktion von Distickstoff ( N2O ) dem Treibhausgas.
Auf die Düngung beim Anbau von Biomasse sollte verzichtet werden, da bei der Düngung
als auch bei deren Nutzung ebenfalls Distickstoff entweicht.
Bioenergie aus Abfall:
Biomasse (Biomüll) ist in Berlin wie auch in anderen Großstätten ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Energiegewinnung.
Mit einer groß angelegten, wie auch originellen Werbekampagne macht uns die BSR auf die
Notwendigkeit von im Haushalt anfallenden, verwendbaren Bioabfall aufmerksam.
Kann Adam von Eva im Paradies verführt werden ohne Apfel?
Wie sieht Holbeins Kaufmann ohne Verlobungsnelken aus?
Die alte Frau beim schälen ihrer Äpfel ohne Schalen?
Aber wo sind all diese Biowiedergebrauchssachen? In der Biotonne vor Ihrem Haus!
Hand aufs Herz: Nutzen Sie eine von den braunen und von der BSR aufgestellten Tonnen um
die Berliner Stadtreinigung bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, um über 50.000 Tonnen (bald sollen es 100.000 Tonnen sein) Bioabfälle zu sammeln und als Kraftstoff nutzbar zu machen. Der Kraftstoff soll zunächst für die Fahrzeuge der BSR genutzt werden, womit schon eine deutliche Verbesserung für die Umwelt zu verzeichnen ist.
Was gehört nun in die braune "Biotonne" hinein?
Gartenabfälle ( Rasenschnitt )
Grün und Strauchschnitt
Schalen und Reste von Obst und Gemüse
Tee und Teebeutel
Eierschalen
Essenreste - unter Zeitungspapier - (auch gegärtes)
verdorbene Lebensmittel (ohne Verpackung)
Einschlagpapier (z.B. altes Zeitungspapier um das BIOGUT einzuwickeln);
Warum? - Zeitungspapier nimmt die Feuchtigkeit von Essenresten , Laub,
Kleintierstreu u.s.w. auf.
Und was gehört nicht hinein?
Metall, Kunststoffe
alles das, was wir normalerweise in die anderen Tonnen werfen, aber die leider wieder mal
überfüllt sind
Sonderabfälle wie Altbatterien, Glas-, und Tonscherben
Was aber macht die BSR mit diesen zugegebenermaßen nicht immer wohlriechenden Energieressourcen? Sie lassen sie vergären.
Was verstehe ich also unter Vergärung?
Vergärung nennt man den Prozess, bei den Mikroorganismen in Abwesenheit von Sauerstoff
den Abbau von biologischen Material vornehmen. Aus den hieraus entstehenden Mikroorganismen können derzeit schon elektrischer Strom und Wärmeenergie gewonnen werden. Bereits heute werden folgende Biokraftstoffe eingesetzt:
Biodiesel
Bioethanol
Pflanzenöl.


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